Karriere-Highlights (Okt. 2026)
Was sind Karriere-Highlights im Rahmen unserer alltäglichen Arbeit? Oft werden erhaltene Preise oder die erfolgreiche Einwerbung sogenannter Drittmittel angeführt. Insbesondere Letztere spiegeln ein System, indem aktuell der Fokus darauf zu liegen scheint, dass Studierende hinter Credits, Dozierende hinter Drittmitteln herjagen – was übrigens nicht bedeuten soll, die dahinterstehenden Leistungen schmälern zu wollen. Zu meinen zahlreichen persönlichen Highlights zählen jedoch tatsächlich andere Dinge: Lob und Anerkennung für einen guten Vortrag; der gemeinsame Lehr- und Publikationserfolg mit Studierenden oder wenn ich etwa feststelle, dass ich die Studierenden nachhaltig für unser Fach begeistern konnte; die Freude über eine gelungene Tagung oder Veröffentlichung – erst recht, wenn sie, wie im Fall einer meiner aktuellen Publikationen in den ‚Kartographischen Nachrichten‘ fachfremd erfolgt. Stets ein Highlight bedeutet für mich nicht zuletzt die Erweiterung meines Horizontes durch die Zusammenarbeit mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Die drei nachfolgend herausgegriffenen, chronologisch geordneten Ereignisse mögen dies widerspiegeln…
(1) seit 05/2026: ‚Conference European Society for Environmental History‘ (ESEH) 06.–11.09.2027 (Salzburg)
Seit Mai 2026 gehöre ich zum interdisziplinären, lokalen Organisationskomitee für die ESEH, die vom 06. bis zum 11. September 2027 unter dem Tagungstitel ‚Environmental History Beyond Disciplinary Boundaries‘ an der Universität Salzburg stattfindet. Die Abteilung für Europäische Regionalgeschichte, der ich hier angehöre, betreibt federführend die Organisation dieser Konferenz, bei der wir um die 700 Teilnehmende erwarten. Die ESEH ist die in Europa führende wissenschaftliche Vereinigung im Bereich der Umweltgeschichte. Sie fördert den interdisziplinären Austausch zu den historischen Hintergründen aktueller Herausforderungen und veranstaltet zur internationalen Vernetzung von Forschenden alle zwei Jahre eine Konferenz. Neben zahlreichen Sektionen gibt es Keynotes, Posterpräsentationen, ‚Meet the Scientist‘-Events, Roundtables, World Cafés sowie Exkursionen. Eine offizielle ‚Welcome Reception‘ mit prominenten Vertreter:innen von Universität, Stadt und Land Salzburg dient u. a. der Repräsentation des Austragungsorts als innovativer Standort für Wissenschaft, Wirtschaft und Tourismus. Die Tagung wird als Green Meeting Event veranstaltet und soll durch einen eigenen Podcast mediale Aufmerksamkeit erfahren.
(2) 01–04/2025: Scholar-in Residence im ‚Deutschen Museum‘ (München)
In der ersten Jahreshälfte 2025 war ich im Forschungsinstitut des Deutschen Museums Gastwissenschaftlerin. Inhaltlich beschäftigte ich mich hier im Rahmen meines Forschungsschwerpunktes ‚Energie und Ressourcen‘ mit Amperemetern und Schalttafeln als Quellen. Die zusätzliche Integration von Objekten als weitere ‚Puzzleteile‘ erweitert Perspektiven: Sie ermöglicht Aussagen, wo Schriftquellen fehlen. Insbesondere im Kontext der zunächst dezentral erfolgten Elektrifizierung des Alltags – maßgeblich beeinflusst durch das Zusammenwirken von Geofaktoren, Technik und Gesellschaft – ist ferner gerade auch das Verständnis technischer Aspekte zentral, um die Diskussionen und Handlungen der zeitgenössischen Akteure zu begreifen. Der Aufenthalt im Museum ermöglichte dies und half, meinen Umgang und mein Wissen rund um ‚materielle Quellen‘ zu erweitern. Hinzukommend hatte ich neben dem Ausbau meines Netzwerks Gelegenheit, mehr über den Prozess der Ausstellungskonzeption zu erfahren und mit Blick auf potentielle spätere externe Kooperationen zu lernen, welche Aspekte aus der Museumsperspektive wichtig sind. Während der Zeit im Museum entstanden ein Blockbeitrag sowie ein gemeinsamer Aufsatz mit dem dortigen Kurator Frank Dittmann (siehe Publikationsverzeichnis).
(3) 2019: Organisation einer Sektion im Rahmen der ‚Historicidagen‘ in Groningen (NL)
Auf dem deutschen ‚Tag der Geschichtswissenschaft‘ des VHDs eine Sektion durchführen zu dürfen, ist schon eine Ehre. In ein anderes Land eingeladen zu werden, dort eine eigene Sektion zu veranstalten, wie 2019 im Rahmen der niederländischen ‚Historicidagen‘ in Groningen erfolgt, ist eine noch viel Größere. Gemeinsam mit Markus Wegewitz (ADNG) sowie den niederländischen Kollegen Arnoud-Jan Bijsterveld und Nico Randeraad organisierte ich 2019 eine Sektion unter dem Titel ‚New Regional History: Inclusive approaches to regions in historiography‘. Auf das darüber neu geknüpfte Netzwerk kann ich im Rahmen meiner vergleichenden Forschungen bis heute zurückgreifen.
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