Forschung

 

Die historische Ausbildung wurde mit einem Schwerpunkt auf der Landes- und Regionalgeschichte in Form eines Dreischritts mit den Stationen Duisburg/Essen-Würzburg-Salzburg auf Basis zweier Lehramtsstudiengänge in u.a. Geschichte, Mathematik und Soziologie absolviert. Die bisherigen Forschungsarbeiten zeichnen sich durch einen epochenübergreifenden Ansatz, eine thematische Breite (u.a. in Form vergleichender Ansätze mit einem sozial-kultur-historischen Schwerpunkt), die Beachtung regionaler Eigenheiten aber auch horizontaler und vertikaler Verflechtungen, eine starke konzeptionelle Komponente sowie durch die Integration interdisziplinärer Ansätze aus. Epochale Schwerpunkte wurden im Verlauf der Karriere für das Hoch- und Spätmittelalter, die Frühe Neuzeit und die Neuere und Neueste Geschichte ausgebildet.

 

Thematische Schwerpunkte (epochenübergreifend):

  1. Infrastruktur und ihrer Bedeutung in kommunalen Zusammenhängen
  2. der Erforschung einzelner Regionen und ihrer Verflechtungen (u.a. Grenzregionen und regionale Schnittstellen) sowie
  3. mit Ressourcen- und Energiediskursen im Kontext gesellschaftlicher Organisation

 

Dabei geht es nicht nur um die quellenbasierte Beschreibung unterschiedlicher Zusammenhänge, sondern immer auch um ihre Erklärung und Kontextualisierung, weshalb stets ebenso Raum- und Gesellschaftstheorien (u.a. Luhmann, Lynch, Göttmann) eine Rolle spielen.

 

1. Infrastruktur-Geschichte (ISG)

bisher: epochenübergreifend (Mittelalter–Mitte 20. Jh.), regional verankert, europafokussiert, interdisziplinär und mit Fokus auf dem kommunalen Wesen (Schröder 2017/18/19/20, Habilitation)

Die bisherigen Forschungen suchten eine Antwort auf die Frage, welchen Stellenwert Infrastruktur als gesellschaftliches Konzept in den verschiedenen Epochen zukam. Dabei wurde sich darum bemüht, die z.T. aus anderen Fachdisziplinen (z.B. den Wirtschaftswissenschaften) entnommenen Kategorisierungen und Beschreibungen zu hinterfragen und die in Deutschland geführte Kontroverse zwischen einem Teil der Mediävist:innen und Neuzeithistoriker:innen bezüglich des Stellenwertes unterschiedlicher Einrichtungstypen und ihrer Bestandskontinuität zu überwinden.

 

2. Regionen und ihre Verflechtungen zwischen Verstetigung und Wandel

bisher: epochenübergreifend, interdisziplinär, europäischer Fokus; Publikationen zu den Regionen Franken, Wetterau, Danziger Bucht, Lage Landen (Schröder 2020/21/24), gelehrt ferner zu Schleswig-Holstein, dem Elsass und zum Ruhrgebiet; weiterhin ‚Grenzregionen‘ (vertieft Lage Landen) und regionale Schnittstellen (Kahlgrund) (Schröder 2023/24)

In Deutschland und Europa gibt es zunehmend mehr (ursprünglich in Deutschland rein landesgeschichtliche) Lehrstühle, die eine (Neu)Ausrichtung zu einer ‚Europäischen Regionalgeschichte‘ entwickeln. Aus konzeptioneller Sicht ist daher zu fragen, wie sich zukünftig eine 'Europäische Regionalgeschichte' aufzustellen hat, welche Inhalte relevant sind. Die verschiedenen Forschungen konzentrieren sich hier entsprechend auf die Genese einzelner Regionen, die Bedeutung von Verstetigung und Wandel, auf besondere Phänomene wie etwa Grenzregionen oder regionale Schnittstellen und ihre Rolle im Kontext verschiedener Verflechtungen.

 

3. Ressourcen- und Energiediskurse im Kontext gesellschaftlicher Organisation

bisher: epochenübergreifend mit umwelt-, sozial- bzw. technikgeschichtlichen Fokus, zur Wasser- und Waldnutzung (Schröder 2023, Habilitation) sowie im Kontext der Elektrifizierung des Alltags (Schröder 2020)

Ressourcen- und Energiediskurse waren seit jeher zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Organisation, folgenden Fragen wird hier im Rahmen unterschiedlicher Forschungsarbeiten u.a. nachgegangen: Wer durfte über welche Ressourcen verfügen bzw. sie nutzen? Auf welche Ressourcen konnte überhaupt zurückgegriffen werden und was geschah, wenn sie in einer Region nicht in ausreichender Menge verfügbar waren? Welche Attribute wurden verschiedenen Energieträgern zugeschrieben? Welche Gefahren verbarg ihre Nutzung? Welche Kontinuitäten lassen sich erkennen usw.